Green­peace-Report: So sieht Mee­res­schutz aus

30 Pro­zent der Mee­re bis 2030 geschützt

 

Green­peace-Report: So sieht Mee­res­schutz aus

Text: Jen­ni­fer Gans­ter, Green­peace

Zusam­men mit Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern hat Green­peace eine Stu­die zu welt­wei­ten Mee­res­schutz­ge­bie­ten ver­öf­fent­licht. Sie zeigt: Es ist mög­lich, bis 2030 30 Pro­zent unse­rer Mee­re unter Schutz zu stel­len.

Unse­re Welt­mee­re sind der Quell allen Lebens, Hei­mat unzäh­li­ger bedroh­ter Arten und der größ­te Lebens­raum des Pla­ne­ten. Doch nicht nur das, sie regu­lie­ren auch das Welt­kli­ma. Ihre Gesund­heit ist aus­schlag­ge­bend für den Fort­be­stand der Mensch­heit. Wie ein­fach der Schutz von 30 Pro­zent unse­rer Mee­re umzu­set­zen wäre, zeigt jetzt eine Stu­die, die Green­peace gemein­sam mit Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern der Uni­ver­si­tät bri­ti­schen Uni­ver­si­tä­ten Oxford und York ver­öf­fent­lich­te. Auf Basis neu­es­ter wis­sen­schaft­li­cher Daten zeigt der Report erst­mals auf, wie min­des­tens 30 Pro­zent unse­rer Mee­re bis 2030 geschützt wer­den kön­nen – zur­zeit ist ledig­lich ein Pro­zent geschützt.

Die Stu­die wird im Rah­men der his­to­ri­schen Ver­hand­lun­gen für ein UN-Hoch­see­schutz­ab­kom­men ver­öf­fent­licht – die zwei­te Ver­hand­lungs­run­de des Abkom­mens fin­det aktu­ell in New York statt und endet am 5. April. Bis 2020 wol­len Regie­run­gen welt­weit die­ses Abkom­men beschlie­ßen, das ein wich­ti­ges Instru­ment wäre, um den Schutz der Hohen See umzu­set­zen. Durch solch ein Abkom­men könn­te bei­spiels­wei­se ein Gre­mi­um fest­ge­legt wer­den, das vor­ge­schla­ge­ne Mee­res­schutz­ge­bie­te ent­schei­det, rea­li­siert, ver­wal­tet und kon­trol­liert. Die Hohe See erstreckt sich über 43 Pro­zent der Erd­ober­flä­che und macht 70 Pro­zent des Lebens­raums auf unse­rem Pla­ne­ten aus. Sie liegt jen­seits der 200-See­mei­len-Zone vor den Küs­ten und damit außer­halb natio­na­ler Gerichts­bar­kei­ten. Doch bis heu­te gibt es kein glo­ba­les Gre­mi­um, das Mee­res­schutz­ge­bie­te in vie­len Tei­len der Hohen See beschlie­ßen kann.

Die indus­tri­el­le Bedro­hung

Die Kli­ma­kri­se, Über­fi­schung, Lärm­be­las­tung und Ver­schmut­zung gefähr­den die Mee­re. Zer­stö­re­ri­sche Fang­me­tho­den haben dazu geführt, dass die kom­mer­zi­ell genutz­ten Fisch­be­stän­de bereits zu 90 Pro­zent ent­we­der bis an die Gren­ze genutzt oder über­fischt sind. Plas­tik­ab­fäl­le töten jedes Jahr rund 100.000 Mee­res­säu­ge­tie­re. Doch nicht nur das: Das rie­si­ge Öko­sys­tem der Mee­re regu­liert auch unser Kli­ma. Denn die Lebe­we­sen der Hohen See neh­men Koh­len­stoff an der Was­ser­ober­flä­che auf und spei­chern ihn in der Tie­fe. Ohne die­sen Mecha­nis­mus wäre die Erde unbe­wohn­bar. Gesun­de Mee­re sind daher für unse­ren Pla­ne­ten uner­läss­lich.

Lebens­eli­xier und Lebens­raum

Das in der Stu­die prä­sen­tier­te Modell wür­de sich als Netz­werk zwi­schen Süd- und Nord­pol erstre­cken. Die Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler basie­ren das Netz­werk auf neu­es­ten wis­sen­schaft­li­chen Daten, zur Ver­tei­lung von Mee­res­be­woh­nern, Wan­der­rou­ten von Tie­ren, Beschaf­fen­heit des Mee­res­bo­dens und indus­tri­el­len Para­me­tern wie bei­spiels­wei­se bereits ver­ge­be­ne För­der­li­zen­zen. Die Hohe See ist eine uner­setz­li­che Wan­der­rou­te: Wale, See-Ele­fan­ten, Thun­fi­sche, Schwert­fi­sche, Aale, Haie, Schild­krö­ten, Pin­gui­ne und Alba­tros­se zäh­len zu den Noma­den der Hohen See, die gan­ze Mee­res­be­cken durch­kreu­zen. Das vor­ge­stell­te Netz­werk wür­de weit wan­dern­de Mee­res­tie­re vor dem Aus­ster­ben schüt­zen, und ihren Lebens­raum bewah­ren.

Die Lösung: Mee­res­schutz­ge­bie­te

Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler for­dern bis zum Jahr 2030 min­des­tens 30 Pro­zent der Welt­mee­re umfas­send zu schüt­zen, damit sich die Mee­re wie­der erho­len kön­nen. Das Pro­blem: Bis heu­te gibt es kein glo­ba­les Gre­mi­um, das Mee­res­schutz­ge­bie­te in vie­len Tei­len der Hohen See beschlie­ßen kann. Ver­hand­lun­gen für ein sol­ches UN-Hoch­see­schutz­ab­kom­men fin­den aktu­ell in New York statt. Bis 2020 wol­len Regie­run­gen welt­weit die­ses Abkom­men beschlie­ßen. Durch solch ein Abkom­men könn­te bei­spiels­wei­se ein Gre­mi­um fest­ge­legt wer­den, das vor­ge­schla­ge­ne Mee­res­schutz­ge­bie­te ent­schei­det, rea­li­siert, ver­wal­tet und kon­trol­liert.

Green­peace for­dert daher ein star­kes Hoch­see­schutz­ab­kom­men. Die­ses Abkom­men ist uner­läss­lich, damit ein Netz­werk an Schutz­ge­bie­ten umge­setzt wer­den kann. Denn es ist höchs­te Zeit: Die Mee­re und all ihre Bewoh­ner haben bereits schwer mit der Erd­er­hit­zung, der Ver­schmut­zung, Über­fi­schung und den Machen­schaf­ten der Indus­trie zu kämp­fen.

Hilf jetzt mit, unse­re Mee­re zu schüt­zen und unter­schrei­be die Peti­ti­on: https://​mee​res​schutz​.green​peace​.at/​m​e​e​r​e​s​s​c​h​u​t​z​g​e​b​i​e​te/

Foto: © Green­peace (https://meeresschutz.greenpeace.at/30x30-report-so-sieht-meeresschutz-aus/?_ga=2.196722735.2001013873.1556830396–1905613128.1556621318)

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