Alle müssen sparen und Entscheidungen darüber treffen, wem sie wie viel von ihrem Geld, ihrem Budget geben. Diese Fragen müssen Privatperson genauso wie Entscheidungsträger:innen in Organisationen klug beantworten. Dank meiner bayerisch-schwäbischen Wurzeln ist Sparen für mich wirklich kein Fremdwort 🙂, aber lasst euch gesagt sein: Richtig müssen wir es machen, sonst rächt sich das über kurz oder lang.
Wovor ich in diesen toughen Zeiten warnen möchte, sind hektische Entscheidungen. Sosehr ich stets für Intuition und mutigen Umgang mit Emotionen im Job bin, möchte ich an dieser Stelle ein Plädoyer halten für Ruhe und Besonnenheit beim Sparstift.
Nehmen wir uns bitte die Zeit, die gute (nachhaltige!) Entscheidungen benötigen. Jetzt ist der Moment, sorgsam mit Budgets umzugehen, klug an Stellschrauben zu drehen, statt hektisch um sich herumzustreichen.
Im Klartext: Personalstellen kannst du schnell streichen, Projekte und Kooperationen über Nacht canceln und auch Netzwerkarbeit lässt sich in Windeseile beenden, aber unterschätze nicht die Wirkung! Wie überall, so menschelt es auch hier und manche zu schnell getroffene Entscheidung zieht große, kleine oder mittlere Erdbeben nach sich, die in deiner Organisation, aber auch in deiner Kommunikation und Beziehungsarbeit nach aussen schwerwiegende Cuts hinterlassen, oft sogar verbrannte Erde.
Ich bin überzeugt: Wer jetzt am falschen Ende kürzt und cuttet, läuft Gefahr jahrelang aufgebaute Verbindungen zu Mitarbeitenden, zu Stakeholdern, zu Netzwerkpartner:innen zu zerstören.
Mir drängt sich ein Vergleich ein, den wir aus der Geschichte der Nachhaltigkeit allzu gut kennen: Auch in der nachhaltigen Waldarbeit müssen Bäume gefällt werden, aber eben alles zur richtigen Zeit, achtsam im Umfang und mit entsprechendem Ziel & Plan für die Zukunft. Gut durchdacht, weil sich jeder Schnitt, den du jetzt machst, in 10, 20, 30 Jahren in deinem Waldbestand zeigen wird.
Worauf will ich hinaus? Besonnenheit und werteorientierte Entscheidungsfindung ist angeraten, wenn Maßnahmen notwendig sind, die auch morgen und übermorgen noch gut sein sollen für´s Unternehmen.
Alternativen erkennen!
Aber was, wenn kurzfristig gespart werden MUSS?
Da habe ich einen ehrlichen Vorschlag: So oft schon konnte ich beobachten, wie wertvolle Ressourcen vergeudet werden durch schlechte interne Kommunikation, durch falsche Organisationsstrukturen, durch inkonsequente Entscheidungen oder auch wegen unnötigem Mikromanagement und schlechten Meeting-Kulturen. Wie sinnvoll und nachhaltig wäre es, an solchen Stellschrauben zu drehen, statt gut laufende und impactstarke Projekte zu canceln!
Nachhaltigkeit wird nicht mehr von unserer Agenda verschwinden und ich appelliere deswegen an euren Hausverstand: Sparen ja, aber bitte macht es zukunftsorientiert!
Bidnachweis: Pixabay
