Mit­ten ins Herz gefragt mit Bet­ti­na Steinbrugger

War­um Emo­tio­nen Zukunft schaffen

 
 

Seit vie­len Jah­ren ver­bin­det mich mit Bet­ti­na Stein­brug­ger ein freund­schaft­li­ches, wert­schät­zen­des Netz­wer­ken. Sie ist fast schon “Stamm­gast” bei mei­nen Art Talks und ger­ne gehen wir bei­de ab und zu in einen ehr­li­chen Aus­tausch über das, was Nach­hal­tig­keit und Zuver­sicht im beruf­li­chen All­tag für jede von uns bedeu­tet und zwar jen­seits von Buz­zwords und Hoch­glanz­stra­te­gien. Gera­de in Zei­ten, in denen das The­ma Nach­hal­tig­keit wie­der ein­mal unter Druck gerät, woll­te ich wis­sen, wie sie per­sön­lich und pro­fes­sio­nell damit umgeht. Ich habe Bet­ti­na mit­ten ins Herz gefragt und freue mich sehr, ihre Gedan­ken hier zu teilen.

Fra­ge: Nach­hal­tig­keit erlebt der­zeit ja wie­der ein­mal unsi­che­re Zei­ten. Wie gehst du beruf­lich damit um? Wo liegt dei­ne emo­tio­na­le Challenge?

Nach­hal­tig­keit erlebt der­zeit wie­der ein­mal unsi­che­re Zei­ten – poli­tisch, wirt­schaft­lich und gesell­schaft­lich. Doch jen­seits all die­ser äuße­ren Fak­to­ren stellt sich vor allem eine per­sön­li­che Fra­ge: Wie gehen wir emo­tio­nal damit um? Wie schaf­fen wir es, ange­sichts glo­ba­ler Kri­sen nicht zu resi­gnie­ren, son­dern mit Zuver­sicht dranzubleiben?

Für mich ent­steht Hoff­nung immer wie­der im Klei­nen: in den vie­len enga­gier­ten Men­schen, Initia­ti­ven und Pro­jek­ten rund um mich. Von ehren­amt­li­chen Grup­pen über Social Busi­nesses bis hin zu poli­ti­schen Bewe­gun­gen – all die­se Bei­spie­le zei­gen mir, dass Ver­än­de­rung mög­lich ist und bereits pas­siert. Gleich­zei­tig hilft es mir, den Blick in die Ver­gan­gen­heit zu rich­ten. Die Mensch­heit hat im Lau­fe der Geschich­te Her­aus­for­de­run­gen gemeis­tert, die unüber­wind­bar schie­nen. Unse­re Vor­fah­ren hät­ten wohl oft nicht geglaubt, wozu wir ein­mal fähig sein würden.

Trotz all der Kri­sen, Kon­flik­te und Unge­rech­tig­kei­ten, die wir nicht igno­rie­ren dür­fen, soll­ten wir uns bewusst machen, dass in uns eine enor­me Schaf­fens- und Inno­va­ti­ons­kraft liegt. Wir sind wider­stands­fä­hi­ger, krea­ti­ver und resi­li­en­ter, als wir manch­mal glau­ben. Und genau hier spie­len unse­re Emo­tio­nen eine ent­schei­den­de Rolle.

Emo­tio­nen sind kein Stör­fak­tor – sie sind ein Motor. Die unglaub­li­che Kraft der Wut kann uns antrei­ben, Miss­stän­de nicht ein­fach hin­zu­neh­men. Sie ver­leiht uns die Ener­gie, für Ver­än­de­run­gen ein­zu­tre­ten. Freu­de wie­der­um wirkt anste­ckend und schafft die Bil­der einer posi­ti­ven Zukunft, die wir so drin­gend brau­chen, um dran­zu­blei­ben. Ohne die­se emo­tio­na­len Impul­se dro­hen wir abzu­stump­fen, zu erstar­ren und in Pas­si­vi­tät zu ver­fal­len. Doch gera­de das kön­nen wir uns in der Nach­hal­tig­keits­de­bat­te nicht leisten.

Des­halb soll­ten wir unse­re Emo­tio­nen weder weg­drü­cken noch dra­ma­ti­sie­ren, son­dern bewusst wahr­neh­men, zulas­sen und kana­li­sie­ren. Wenn es uns gelingt, Gefüh­le in Hand­lungs­en­er­gie zu ver­wan­deln, ent­steht ech­te Kraft. Und nur so kann eine nach­hal­ti­ge Zukunft entstehen.

Mag.a. Bet­ti­na Stein­brug­ger
Co-Grün­de­rin erd­beer­wo­che GmbH

Bild­nach­weis: erd­beer­wo­che

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