SOS! Drin­gend neu­es Sto­rytel­ling für Nachhaltigkeit

Vom Prin­zip Angst zum Prin­zip Hoff­nung – und war­um wir Nach­hal­tig­keit neu erzäh­len müssen

Ich weiß, ich leh­ne mich weit aus dem Fens­ter – aber: Der Begriff Nach­hal­tig­keit ist tot­kom­mu­ni­ziert. Zumin­dest gefühlt. Kein Wort wur­de in den letz­ten Jah­ren häu­fi­ger gebraucht und gleich­zei­tig wir­kungs­lo­ser ein­ge­setzt. Was einst Visi­on, Ver­ant­wor­tung und Zukunft bedeu­te­te, ist heu­te ein Buz­zword, das kaum noch Reak­ti­on aus­löst. Und das ist ein Mega-Pro­blem – vor allem für uns in der Kommunikation.

Wir wis­sen längst: Fak­ten allei­ne über­zeu­gen nicht. Angst erzeugt Abwehr. Und mora­li­scher Druck bringt sel­ten jeman­den in Bewe­gung. Die Kli­ma­kri­se ist real,ohne jeden Zwei­fel. Aber sie ist zu groß, zu abs­trakt und vor allem viel zu bedroh­lich, um ihr ins Auge bli­cken zu wol­len. Die Zei­ten sind vor­bei, wo wir glaub­ten, mit CO₂-Zah­len, Dür­re-Dokus und hef­ti­ger Welt­un­ter­gangs­rhe­to­rik eine Hand­lungs­ver­än­de­rung initi­ie­ren zu kön­nen. Die Fol­ge? Vie­le Men­schen schal­ten ein­fach ab. Haben kei­nen Bock mehr auf den eins­ti­gen Mega­trend Nachhaltigkeit. 

Was wir brau­chen? Neu­es Sto­rytel­ling – und eine neue Hal­tung: das Prin­zip Hoffnung.

Nein, nicht als rosa Feen­staub oder doo­fe Rea­li­täts­ver­wei­ge­rung. (Obwohl ich per­sön­lich glau­be ja, inzwi­schen sind wir schon wie­der ein biss­chen reif für Flower Power-Songs und “Lie­be, lebe, lache”- Magne­ten am Kühlschrank.) 

Solang der Wahn­sinn an man­chen Orten regiert, soll­ten wir nun mehr denn je an einem Strang zie­hen (Ich mag die­ses WIR-Wort urgern!) und um hand­lungs­ori­en­tier­te, zukunfts­ge­rich­te­te Kom­mu­ni­ka­ti­on küm­mern, die Lust auf Wan­del macht. Die mit Spaß und Vor­freu­de zeigt, wie es anders – und bes­ser – gehen kann. Die nicht mehr mit dem Zei­ge­fin­ger droht, son­dern mit fröh­li­chem Augen­zwin­kern ein­lädt, Din­ge neu zu denken. 

Und hier kommt Nud­ging ins Spiel.

Nud­ging – also das psy­cho­lo­gisch fun­dier­te Anstup­sen von Ent­schei­dun­gen – ist in der Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­ti­on ein ech­tes Geschenk. Wir kön­nen Ver­hal­ten beein­flus­sen, ohne zu beleh­ren. Wir kön­nen mit Spra­che, Bil­dern, Sto­ry­li­nes und sozia­ler Norm sub­til len­ken, statt zu domi­nie­ren. Ein paar Beispiele?

  • Statt „Kli­ma­ka­ta­stro­phe ver­hin­dern“ lie­ber „Wir gestal­ten  Zukunft“.
  • Statt Ver­zichts­rhe­to­rik lie­ber coo­le Sto­ries über Lebensqualität.
  • Statt Schuld­ge­füh­le lie­ber Com­mu­ni­ty-Fee­ling: „Schau, was wir schon geschafft haben – gra­zie! Du bist Teil davon.“

Wich­tig: Wir müs­sen auf­hö­ren, Men­schen ändern zu wol­len, und anfan­gen, Kom­mu­ni­ka­ti­on so zu gestal­ten, dass sie Ver­än­de­rung ermög­licht.

Hoff­nung ist kei­ne Aus­re­de – sie ist die ultrab­un­te Tool­box. Ein stra­te­gi­scher Hebel, um Ener­gie, Krea­ti­vi­tät und vor allem Mut raus­zu­kit­zeln. Und genau das brau­chen wir alle doch gera­de – ob Ent­schei­derin, Konsumen:in in oder ein­fach “nur” Team Mensch in einer echt über­for­dern­den Welt.

Ich sag´s klar: Wer heu­te Nach­hal­tig­keit kom­mu­ni­ziert, muss nicht lau­ter, son­dern klü­ger wer­den. Mit Geschich­ten, die berüh­ren. Und mit Anrei­zen, die wir­ken. Nicht aus Kal­kül, son­dern aus ech­ter Ver­bin­dung zu den Men­schen, für die wir erzählen.

Also ja, ich sage es laut: Das Prin­zip Hoff­nung ist kein nai­ver Kom­mu­ni­ka­ti­ons­feh­ler – es ist unse­re ver­damm­te stra­te­gi­sche Pflicht. Und ich feie­re es!

Bid­nach­weis: Pix­a­bay – waranont-joe

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